• Robin Disselkamp

Mach´s gut Christoph

Ich bin überhaupt nicht gut darin, Abschied zu nehmen. Und während sich alles um diesen Gedanken dreht, parke ich am Nordfriedhof Köln.

Es ist warm und sonnig, beinahe zu freundlich für die Beerdigung eines Freundes.

Wie viel lieber würde ich jetzt mit Dir, Christoph, auf Deiner Terrasse sitzen und über die möglichen Formate und Auflagen unseres gemeinsamen Projektes sprechen. Nun höre ich Deine Angehörigen weinen und muss selbst tief durchatmen, um nicht in Tränen auszubrechen. Ich bin nicht gut in sowas, aber für Dich, lieber Christoph, mache ich das.

Eins Deiner Bilder von den Kranhäusern am Rhein in Köln steht neben Deiner weißen Urne, auf der die Kölner Skyline eingraviert ist. Du, lieber Christoph, warst für mich ein Kölner Original. Trockener Humor und immer gerade. Ich bin mir sicher, dass Dir der Rahmen, in dem wir Abschied von Dir nehmen, gefallen hat.

Der Pfarrer erinnerte an Dich, wie ich mich genau so an Dich erinnere:

„Christoph, der liebenswerte Eigenbrötler.“ Du wirst mir fehlen.

Ich weiß gar nicht mehr genau, wie wir uns kennen gelernt haben, wahrscheinlich war es auf einem Workshop oder einem Meet´Up bei Andreas. Die Fotografie war immer unser gemeinsamer Nenner, das, was uns eng verbunden hat. Du hast mir beim Layout meines zweiten Magazins geholfen, wofür ich Dir unendlich dankbar bin. Gemeinsam haben wir in der schwarzweissmalerei in Solingen und in Köln fotografiert und wir beide wurden nie müde, uns gegenseitig mit tollen Bildern zu überraschen.

Danke, lieber Christoph, dass Du eine treibende Kraft unseres gemeinsamen Projektes warst, welches wir natürlich in Deinem Namen zu Ende führen werden! Deine Tür stand immer offen und ich bin froh, dass wir uns auf Andreas´ Ateliertagen noch gesehen haben, uns umarmt und miteinander darüber gelacht haben, dass ich mal wieder Schwierigkeiten hatte, einen Parkplatz zu finden.

Ich glaube eigentlich nicht an Zeichen oder Hinweise „von oben“. Und viele, die mich besser kennen, werden mich jetzt vermutlich für sentimental oder „emotional behaftet“ halten. Aber als ich vorhin vom Parkplatz in Richtung der trauernden Gäste ging, flog mir ein kleiner Zitronenfalter gegen den Arm, drehte eine Runde vor mir und flog dann seines Weges.

Solltest Du, lieber Christoph, das gewesen sein: Ich hab ´nen Parkplatz gefunden. :-)

Ich denk an Dich!


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